Girls Camp El Gouna, 23.03. bis 29.03.2007

(erschienen in der "kiteboarding" Ausgabe 1/2007)

Voller Vorfreude saß ich am Morgen des 22.03.07 im Flieger nach Hurghada, auf dem Weg ins Girls Camp El Gouna.

Sommer, Sonne, Kiten im warmen Wasser ... als der Flugkapitän auftretende Turbulenzen auch noch mit einem „Starkwindband“, das wir gerade durchflogen, begründete, wusste ich: das kann nur gut werden!

 Im Laufe des Tages trafen wir elf Girls in El Gouna ein, bezogen die Hotelzimmer und wurden abends im „Tandoor“ bei bestem Indischen Essen von unseren Trainerinnen Kathrin und Ilona begrüßt.

Das „Ali Pasha“ ist nett und sauber, die Zimmer okay. Der Ausblick auf eine Baustelle lässt in Sachen Romantik zwar etwas zu wünschen übrig, aber gut, wenn die hier ackern, sind wir auf eh dem Wasser.

Der erste Tag begrüßte uns gleich mit 15 – 20 Knoten Wind – perfekt zum eingewöhnen! Das Revier ist traumhaft – wenn auch manchmal etwas voll – aber Team und Ambiente der Kite-Power-Station machen das locker wieder wett.  

Der zweite Tag brachte uns kühleres Wetter und Wind mit über 30 Knoten. Das Starkwindband???

Trainerin Ilona beschloss, uns heute nicht raus gehen zu lassen und fährt uns stattdessen ein paar Manöver vor. Als der Wind dann aber noch stärker wurde und der fliegende Wüstensand uns ein unfreiwilliges „Bein-Peeling“ bescherte, packte auch sie ein, und wir gingen zum Theorie-Unterricht über. Draußen fuhren jetzt nur noch eine Handvoll Cracks – unter ihnen Slingshot-Teamrider Youri Zoon, den wir den „Fliegenden Holländer“ getauft hatten, weil er nur springender und Kite loopender Weise durch die halbe Lagune flog.

Das kühle, stürmische Wetter sollte uns leider den ganzen Tag über erhalten bleiben, da passte dann das Präsent vom Sponsor North perfekt: es gab für alle Girls eine superwarme Strickmütze.

 Von nun an mit den gestreiften Mützen als Girls Camp-Teilnehmerinnen ausgewiesen, standen wir sozusagen unter „verschärfter Beobachtung“ der Männer aus der „gemischten“ Kiteboarding-Event-Gruppe. „Mann“ lies sich auch zu so manchem Chauvi-Kommentar hinreißen ... „7er Vegas? Könnt ihr haben, der ist `ne Zicke am Himmel – passend zum Girls Camp!“

Von wegen, Zicken ... Was wissen die schon??? -  Ich habe selten eine so lockere, herzliche und von so viel Hilfsbereitschaft geprägte Stimmung innerhalb einer Gruppe von Frauen erlebt!

 Die nächsten Tage besserte sich auch der Wind wieder – von „Mädelswind“ um die 15 Knoten bis „Hack“ von 25 und mehr Knoten war alles dabei - und bescherte uns einige schöne Stunden auf dem Wasser.

Am vorletzten Tag der Woche war’s dann nahezu perfekt: sechs Stunden Rocken bis zum Umfallen! Diesen Abend waren wir so alle, dass wir sogar auf’s tägliche Törtchen und den abendlichen „Absacker“ verzichteten ...  

Am letzten Tag schwächelte der Wind wieder, und wir ließen es gemächlicher angehen: morgens „regeneratives Chillen“ (Wundenlecken?) an der Station, nachmittags Wakeboarden.

Der letzte Tag der Woche endete traditionell mit dem Abschlussabend in der Mangroovy Beach Bar, wo uns diesmal ein superleckeres Italienische Buffet kredenzt wurde.

So neigte sich eine sehr geile Girls Camp-Woche mit vielen schönen und sonnigen Stunden am und auf dem Wasser ihrem Ende zu. Etliche Freundschaften wurden geschlossen und werden sicher auch noch weit über das Ende des Urlaubs hinaus gepflegt werden.

 Doch der Abschied galt zunächst noch nicht für alle, denn eine Handvoll Mädels und ich hatten ein paar Verlängerungstage gebucht, in der Hoffnung, noch ein bisschen Wind abzubekommen. Diese Hoffnung erfüllte sich auch, es blies an den letzten beiden Tagen noch einmal perfekt. Selbst eine „Abschieds-Session“ am Abflugtag war uns noch vergönnt, und es ging mit dem Taxi von der Kite-Station direkt zum Flughafen.

Was für ein passender Abschluss!

Ein Riesendank an dieser Stelle noch mal an unsere beiden Trainerinnen Kathrin und Ilona – ihr wart einfach klasse! Dankeschön auch an alle Girls, die kiteboarding.de, North, das Flysurfer-Team, die Kite-Power-Station und natürlich an Babsi, unserer „Kamerafrau“! 

Kleine Anekdote zum Schluss: Ein Ägyptischer Security-Officer am Flughafen: „Hey, Miss, excuse me, are you married?“ –„YES!“

Mögen mir die Leser diese kleine Notlüge verzeihen ...

In diesem Sinne: Ma`a salam – Auf Wiedersehen – bis zum nächsten Girls Camp! 

  

(Bianca Gudd)

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